RTP – Request to Pay

Petra Fritzel Allgemein, White Paper, White Paper Compliance, White Paper Kartengeschäft, White Paper Zahlungsverkehr

EFP White Paper

Hintergrund
Mit „Request to Pay“ soll ein neuer Standard für Zahlungen etabliert werden, bei dem der Zahlungsempfänger in die aktive Rolle versetzt wird. Mit der Zahlungsanfrage („Request to Pay“) an den Zahlungspflichtigen werden alle nötigen Informationen übermittelt und die Zahlung initiiert. Anders als z.B. bei der Ausstellung einer Rechnung und der Bitte um Ausgleich per Überweisung erhält der Zahlungsempfänger die Kontrolle über den Zahlungstermin und die mit der Zahlung mitgelieferten relevanten Daten. So ist es kein Wunder, das das Thema vor allem von (Handels-)Unternehmen getrieben wird, die darin ein geeignetes Instrument sehen, Prozesse effizienter zu gestalten und Kosten zu sparen.

 

Autoren
Ciro De Biase, Mathias J. Böhm

Stand
09.11.2020

RTP – Request to Pay

Seit einiger Zeit wird im Payment-Markt über eine Möglichkeit diskutiert, mit der Zahlungsempfänger die Zahlung initiieren und beim Zahlungspflichtigen
anfordern können („to request“), unabhängig vom letztlich genutzten Zahlungsinstrument, oder -system.

Der vor einigen Jahren von den europäischen Banken für die gemeinsame Etablierung der SEPA Zahlverfahren (SCT, SDD1, usw.) etablierte European Payments Council (EPC) hat sich folgerichtig der Thematik angenommen und nun ein Regelwerk für solche Zahlungsaufforderungen in einem standardisierten „SEPA Request to Pay / SRTP“-Format für den europäischen Markt definiert. Aktuell werden noch Rückmeldungen von Marktteilnehmern aus der Konsultationsphase in das Regelwerk eingearbeitet, das im November 2020 veröffentlicht wird und Anfang 2021 in Kraft treten soll.

Obwohl das Regelwerk noch nicht final steht und technische Einzelaspekte noch in Klärung sind, haben sich bereits mehr als 25 europäische Banken in einer Arbeitsgruppe bei der EBA Clearing zusammengetan, um die Entwicklung der technischen Infrastruktur zu begleiten und zu finanzieren, die die EBA Clearing aufbauen
und betreiben soll. Zu diesen Banken gehören auch namhafte Player aus Deutschland: Deutsche Bank, Commerzbank, DZ Bank und die Hypovereinsbank/ Unicredit. Um die Lösung auch für Unternehmenskunden interessant zu machen, wird hier auch darüber diskutiert, die aktuellen Betragsgrenzen für SEPA-Zahlungen anzupassen.