Whitepaper Konsequenzen MIF-Regulierung

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EFP White Paper


Hintergrund

Die Regulierung (EU) 2015/751 der multilateralen Interbankenentgelte im Kartengeschäft durch die EU Kommission ist nun seit gut einem Jahr vollumfänglich in Kraft. Die Folgen sind für die Player am Markt deutlich spürbar.

Kredit- und Debitkarten-Zahlverfahren der internationalen Kartenorganisationen zählen mittlerweile für den Handel zu den attraktivsten Zahlungsinstrumenten. Jedoch belastet die starke Reduktion der wichtigen Ertragskomponente Interchange vor allem die kartenausgebenden Banken, aber auch das Geschäftsmodell der Kartenorganisationen, das zunehmend indirekt unter Druck gerät.

Im Rahmen von Optimierungsansätzen bestehender Produkt- und Geschäftsmodelle ist aktives Interchange Prozessmanagement für die Acquirer, Schemes und Issuer eine Möglichkeit, der Herausforderung zu begegnen.

Autor
Andreas Bock

Stand
08.09.2017

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MIF-Regulierung – ein Jahr danach

Der europäische Zahlungsverkehrsmarkt ist in den letzten Jahren erheblich in Bewegung gekommen. Bedingt durch verschiedene gezielt regulatorische Eingriffe in den EU-Binnenmarkt hat die europäische Kommission den Wettbewerb von Zahlungssystemen und Zahlungsinstrumenten belebt. Wesentliche Forderungen der EU waren in diesem Zusammenhang die Reduktion von Gebühren, Transparenz der Kosten und Eliminierung von Eintrittsbarrieren für neue Marktteilnehmer.

Eine wichtige Kosten- bzw. Ertragskomponente in diesem Kontext ist für die Lizenznehmer der Kartenorganisationen das sogenannte Interbankenentgelt („Interchange Fee (ICF)“), welches zwischen den Kartenherausgebern („Issuer“) und Händlerbanken („Acquirer“) zur Anwendung kommt.

Durch die mandatierte Deckelung zentraler Entgeltbestandteile hat sich die Wettbewerbssituation für die Lizenznehmer der Kartenorganisationen – vor allem für Karten ausgebende Banken, aber auch für die Händlerbanken – stark verändert.

Die Interchange Fee wird in der Regel als prozentualer Anteil vom Umsatz als eine Komponente innerhalb des sogenannten Händlerdisagios vom Händler an den Acquirer entrichtet und von diesem über die Kartenorganisationen („Schemes“) an die Issuer abgeführt.